Get your kicks on Route 276

Motorradtour auf der B 276

Mit knapp über 100 Kilometern Länge führt die B276 von Mücke-Flensungen im Vogelsberg nach Lohr im Spessart. Dabei lässt sich die motorradfreundliche Bundesstraße hervorragend mit ausgedehnten Abstechern in die Motorradregionen Knüll, Vogelsberg, Rhön und Spessart kombinieren. Unser Bericht stellt, neben der Hauptroute und fünf attraktiven Touren in Kombination mit der B276, starke Stopps und einladende Orte vor.

Navigationsdaten zur ROUTE B 276 ohne Abstecher bei KURVIGER.de laden

So startet man am besten nach einem Frühstück bei Jule im Landhotel Gärtner. Hier trifft man eben nicht nur Hotelgäste sondern auch so manchen regionalen Biker, der an diesem Tag den Ritt auf dem Vogelsberg angehen will. Jule selbst ist auch gerne mal mit von der Partie, denn ihre F 800 R will bewegt werden. Kein Wunder, dass die attraktive Frau gerne über Europas größten erloschenen Vulkan ballert, schließlich ist Papa Bernd seit vielen Jahren Vorsitzender der Motorrad Touristik Vogelsberg. Diese sorgt mit einer Tourenkarte inkl. Kurviger-TOURCODES zum Navi-Download, einer informativen Webseite und motorradfreundlichen Gastgebern für einen optimalen Bikerservice im Vogelsberg.

EXTRATOUR 1: Kurvenknüller und Gaumenfreuden

226 km - ca. 4,5 Stunden - Navigationsdaten zur TOUR 1 bei KURVIGER.de laden

Vor dem Start auf der B276 bietet sich mit TOUR 1 eine begeisternde Aufwärmrunde an. Es geht zunächst nach Rauschenberg, wo mit SW-Motech der Motorrad-Zubehörgigant schlechthin seinen Sitz hat. Ein Muss ist der Besuch des jährlichen Open House, ein Event, bei dem ein wunderbarer Mix aus Testfahrten, Information und Bikertreff mit Livemusik zelebriert wird. Beim Open House 2019 wurde im Übrigen die Motorradstraße Hessen eröffnet, die sich seither großer Beliebtheit erfreut.
Knackig, zackig führt die Strecke in Richtung Bad Hersfeld und präsentiert mit dem Knüllgebirge eine fast unbekannte Motorradperle. Mit dem 636 Meter hohen Eisenberg wird der höchste Berg der Region passiert und Kurs auf Alsfeld genommen. Nicht nur Fachwerkfans werden begeistert sein, denn auch das kulinarische Angebot kann sich sehen lassen. Ein Tipp für Feinschmecker ist übrigens das Hotel-Restaurant „Zur Schmiede in Alsfeld-Eudorf, wo Gastgeber und Kawasaki-Fan Jörg Hofmann schon so manchen Sternekoch zu Gast hatte. Attraktive Straßenwindungen führen zum Ausgangspunkt der Runde nach Mücke zurück.

B276 – Legenden und Atmosphäre

Nun geht’s aber los auf der B276, die den Fahrer bis hinunter nach Laubach zunächst mit netten Vulkanhügeln und danach mit langgezogenen Kurven begrüßt. Das Städtchen mit netter Altstadt und Schlösschen hatte, aus Motorradfahrersicht, ihren Höhepunkt als Konstrukteurslegende Friedel Münch hier noch persönlich in seinem Motorenmuseum anzutreffen war, und als der Mammut-Mann am 8.5.2004 die „MSD -Motorradstraße Deutschland“ eröffnete.
Von Laubach nach Schotten folgt dann der berühmt-berüchtigte Teil der beliebten Bundesstraße, denn um den größten Bikertreff der Region, das Falltorhaus, hat es der eine oder andere ein wenig mit der Geschwindigkeit übertrieben, und so gab es auch hier schon Diskussionen bezüglich Streckensperrungen. Zum Glück für die große Mehrzahl der vernünftigen Biker wurde auf die Sippenhaft verzichtet. Dafür wird halt verstärkt kontrolliert, um den wenigen Unvernünftigen Einhalt zu gebieten.
Die Strecke von Laubach nach Schotten hat allerdings auch ohne Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung ihren Reiz. Ein beachtliches Kurvenband weiß zu begeistern und schickt den Motorradfan mit einem Lächeln hinein ins bekannte Schotten, Heimatstadt des legendären Schottenrings und Austragungsort des jährlichen Schottenring Grand Prix. Zu dieser grandiosen Veranstaltung zieht es, jeweils im August, tausende Oldie- und Rennsportfans in den Vogelsberg um den Gleichmäßigkeitsrennen der klassischen Motorräder zu frönen. Nicht nur zur Schottenringzeit empfiehlt sich das AKZENT Hotel-Restaurant „Haus Sonnenberg“ ***Superior zum Aufenthalt beim Motorradurlaub im Vogelsberg.

EXTRATOUR 2: Wetterau und südlicher Vogelsberg

192 km - ca. 4 Stunden - Navigationsdaten zur TOUR 2 bei KURVIGER.de laden

Von Laubach aus bietet sich TOUR 2 als schicke Route an um einen Eindruck von der Wetterau zu erhalten und die Kurven des südlichen Vogelsbergs zu räubern. Dabei stellen sich vor allem Büdingen und Bad Soden – Salmünster als schöne Zwischenstopps vor. Gerne auch für ein paar Tage mehr meinen da, mit Recht, die Gastgeber vom Landhotel Betz und vom KIS-Hotel in Bad Soden – Salmünster, denn bei ihnen gehören Motorradfahrer seit vielen Jahren zum Stammpublikum und nehmen von hier aus die Asphaltpisten von Spessart, Vogelsberg und Rhön unter die Reifen. Dazu gehören auch die wunderbar einsamen Strecken nach Wüstwillenroth wo dann wieder die B276 erreicht und über Gedern und Schotten nach Laubach zurückgekurvt wird.

B276 – Grandioser Abschnitt

Weiter auf der Hauptroute erreicht die B276 zwischen Schotten und Gedern ihren nächsten Höhepunkt, der zwar mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung versehen ist, aber wer muss denn auf den kurzen Abschnitten zwischen den herrlichen Windungen der Bundesstraße das Gas großartig aufziehen? Dahingleiten und Kurvenschwingen ist angesagt und das auf vielen Kilometern.

EXTRATOUR 3: Wasserkuppe und Hoherodskopf

219 km - ca. 4 Stunden - Navigationsdaten zur TOUR 3 bei KURVIGER.de laden

Beim Abzweig der B276 in Richtung Birstein kann TOUR 3 gestartet werden, die, vorbei am beliebten Oldtimercafé, in Richtung Rhön startet. Da wird sich zunächst zwischen dem Ober- und Nieder-Mooser Teich hindurchgeschlängelt und über kleinste Straßen Neuhof, mit seinem weithin sichtbaren „Monte Kali“, erreicht. Die einladende Nebenstrecke über Gichenbach ist eine starke Einleitung zur Fahrt auf die Wasserkuppe. Mit 950 Metern ist sie die höchste Erhebung Hessens und der gesamten Rhön. Es gibt kaum einen besseren Ort als diesen um in die faszinierende Welt der Segelflieger einzutauchen.
Motorrad-Spaß ist auch bei der Weiterfahrt nach Hünfeld garantiert, wo im Best Western Plus Konrad Zuse Hotel seit einigen Jahren „Good Vibrations“ vom Feinsten für Motorradfans geboten werden. Mit dem KTM-Verleih und dem Projekt „Die Eis-Eiligen“ wurden noch einmal starke Leistungen aufgesattelt. Ein Pausenstopp bei Bikerwirt Heinz im Landgasthof Porta in Pfordt, ein Besuch der Burgenstadt Schlitz oder ein Bummel durch die Fachwerkidylle von Lauterbach sind weitere nette Möglichkeiten den Kurventanz kurzfristig zu unterbrechen. Mit dem Hoherodskopf wird schließlich der Hausberg der Vogelsberger erreicht und hier wird die erlebnisreiche Runde mit einer leckeren Wurst und einer Portion Vulkanpommes bei „Würstchen Doro“ stilvoll beendet.

B276 – Vergleiche erlaubt

Unsere Hauptroute führt weiter in Richtung Süden und verwöhnt bis hinunter nach Wächtersbach mit herrlichen Ausblicken. Obwohl der Abschnitt keine besonderen fahrerischen Ansprüche erhebt kommen Cruiserfans voll auf ihre Kosten. Dieser Teil der B276 transportiert schon einiges vom Motherroad-Feeling der amerikanischen Route 66. Leider fehlen die typischen Roadstops, obwohl sich manche alte Tankstelle dafür anbieten würde. Unweit entfernt von der Route liegt der, bei Motorradfahrern beliebte, Landgasthof und Hotel Zum Bäcker.

EXTRATOUR 4: Südrhön und Spessart

213 km - ca. 4 Stunden - Navigationsdaten zur TOUR 4 bei KURVIGER.de laden

In Wächtersbach ergibt sich die Möglichkeit zum Einstieg in TOUR 4, die sich zunächst attraktiv zur Brüder-Grimm-Stadt Steinau windet. Herrliche Motorradstrecken führen nun nach Bad Brückenau, das sich bereits in der Rhön befindet. Auf dem Weg nach Gemünden ist Lenkerarbeit gefragt, die gerne zum Kaloriennachschub in der Bayrischen Schanz genussvoll unterbrochen werden kann. In Lohr wird dann das Ende der B276 erreicht, von wo aus die Fahrt in Richtung Norden zum Ausgangspunkt in Wächtersbach fortgesetzt wird.

B276 – Schwingend zum Ziel

Wer in Wächtersbach auf der Hauptroute bleibt schwingt, auf südlichem Kurs, dem Ende der B276 in Lohr entgegen. Es ist ein entspannendes Dahingleiten. Kleine Orte, wie Bieber, Flörsbach und Kempfenbrunn werden passiert bzw. durchfahren und strahlen eine wohltuende Gelassenheit aus. Bald ist Frammersbach erreicht, von wo aus die letzte Extrarunde angegangen werden kann.

EXTRATOUR 5: Bikerstopps und einladende Mainstädte

209 km - ca. 4,5 Stunden - Navigationsdaten zur TOUR 5 bei KURVIGER.de laden

Frammersbach empfiehlt sich als Einstieg zu TOUR 5. Sofort ist volle Aufmerksamkeit gefordert, denn bereits die Kurvenorgie nach Wiesen ist ein Knaller. Dies gilt auch für die weitere Strecke zum „Engländer“, dem bekanntesten Bikertreff im Spessart. Vorbei an Aschaffenburg geht es dann windungsreich nach Süden, bevor die Strecke zwischen Eschau und Rohrbrunn als lustvolle Fitnesseinheit rüberkommt. Da kommt ein alkoholfreies Weizen und Leckeres aus der Waldfriedenküche bei Zündappsammler Heiko Beck in Wildensee gerade recht um die Energiedepots für den Rest der Tour aufzufüllen. Nach der Fahrt durchs romantische Hafenlohrtal laden die Mainstädte Marktheidenfeld, Karlstadt und Lohr zum Besuch ein.

B276 – Mach’s noch einmal, Biker!

Damit ist das Ende der B276 erreicht und wer Lust hat kann die motorradfreundliche Bundesstraße auch einmal in die andere Richtung abfahren. Auch dann lohnt es sich wieder bei Jule in Mücke zu stoppen, denn auch die Torten und der Kuchen sind genial. Get your Kicks!